7 Jahre ist es her!

Aufstellung vor Auftritt in Lahnstein Männerballettfestival 2017

Geplantes Treffen 19.45 Uhr. 19.50 Uhr, sieben Strafgelder im Katalog.

Einsteigen in den Bus – Sitzpartner gefunden. Ich wusste gar nicht mehr wie es sich anfühlt, zur Schule zu fahren. Die anfangs eingenommen Sitzplätze sind nun wieder frei oder besetzt. Ich glaube ich verliere jetzt schon den Überblick, laufe unkontrolliert durch die Gänge. Ich falle über ein Stubbi. Mein Stubbi leermachen und schon sind wir da. Checkpoint Eingang Stadthalle Lahnstein.

Erwartungsvoll treten wir die Reise in die gewohnte Umkleidekabine an. Freunde, Fans im Gepäck und noch 3 Stunden bis zum Auftritt. Gespannt schaue ich auf das bisherige Programm. Zeit überbrücken, Bier trinken und ein Zigarettchen rauchen. Der Stehtisch soll mein Aufenthaltsort für die nächsten Sunden sein. Endlich – Aufruf. Umziehen. Foto machen und wiegen.

Ich sehe nur noch Wikinger. Immer kürzer werden die Abstände zwischen Zigarette, Toilette und aufgeregtem Auf und Ab Gehen. Mein 4. Jahr – die Aufregung wird nicht geringer.

Es wird ernst, jetzt zählt es, noch eine Gruppe vor uns. Der Einmarsch wird geteilt. Ich und meine Freunde, wir versammeln uns hinter der Bühne und davor. Wir wissen was jetzt kommt. Im Gang stellt sich der Mob auf. „...Die Vulkanelfen aus Niederzissen“ heißt es am Mikrofon. Der Mund ist unglaublich trocken. Er hat aufgehört Speichel zu produzieren. Der Körper stellt jegliche Sonderfunktionen ab. Wir nehmen Aufstellung an. Das Publikum ist gespannt.

Ich fühle nichts mehr. Mein Kopf ist leer. Wo sind all die Schritte hin? Wochenlange Übung scheint dahin zu fließen. Es beginnt. Die Scheinwerfer strahlen mich an. Wir bewegen uns – niemand weiß wo diese Art der Bewegung auf einmal herkommt. Wir machen es, synchron, elfengleich! Ich bewege mich, wir bewegen uns, ich lächle!

Ich schaue mich um, alle lächeln. Die Bewegung scheint ein eigenes Leben zu führen – ohne einen Gedanke passt sie auf den Punkt. Passt bei allen auf den Punkt. *geiel* Die erste Figur, die erste Hürde. Alles fühlt sich richtig an. Mit steigendem Selbstvertrauen tanze ich Schritt um Schritt. Die kritischen Punkte abspulen. Wochenlanges Training für diesen Moment. Keine Fehler. Meine Beine bewegen sich von alleine. Der Blick zu meinen Freunden – sie fühlen sich sicher – jeder Schritt ein Treffer. 8 Minuten werden zu Sekunden.

Ich habe es im Gefühl. Wir haben getanzt wie es der Erfinder geträumt hat. Schlussbild – es ist geschafft. Die Wangen schmerzen vom Lächeln, immernoch diese trockene Luft. Kann kaum noch atmen. Das Publikum tobt. Sekunden werden wieder zu Minuten. Ich pumpe und sehe die Noten.

10,0, 10,0 noch eine 10,0... 50 von möglichen 50 Punkten. Alles springt, ich kann es immernoch nicht fassen und dann wird es mir klar - diesen Abend nimmt uns niemand mehr!

Die Last fällt ab. Wir haben das letzte halbe Jahr gestritten, diskutiert und gearbeitet. Wir haben vielleicht gezweifelt aber das Vertrauen nicht verloren. Hier möchten wir unseren Trainerinnen danken. Manuela Felden, Stefanie Assmann und Yvonne Adam. Ich Liebe euch und spreche für alle, die sich Elfen nennen.

All der Schweiß, all das Blut was wir das letzte Jahr investiert haben – es hat sich gelohnt! Vulkanelfen aus Niederzissen, 1. Platz! … Wir teilen Ihn gerne! Seit langem wandert der Siegerpokal wieder zu uns. Wir träumten vielleicht vom Treppchen, waren uns der immer starken Konkurrenz bewusst. Heute haben die Elfen, meine Freunde, es mal wieder geschafft allen zu zeigen, dass Niederzissen tanzen kann. Nicht nur tanzen, sie können schauspielern und auf den Punkt da sein. Nicht immer, aber Heute!

Nach sieben Jahren ist der Pott wieder daheim. Ich bin ehrlich, nicht nur für euch sondern auch für uns – hier gewinnt man nicht im Vorbeigehen. Ob Jung oder Alt – es zählt der Zusammenhalt!

Ich verabschiede mich von diesem tollen Abend. Wir werden das feiern und ihr wisst wie! Danke all meinen Freunden, meinen Elfen. Danke allen Teilnehmern. Danke unseren Fans und denen die es noch werden. Danke an alle, die an uns geglaubt haben!

Karneval im Herzen. Eure Vulkanelfe, Tom