Zesse Jecke - 200 Akteure auf die Bühne

Niederzissen. HWK - RZ 29.1.2013 Ein niveauvolles, spritziges Programm, das vor ausverkauftem Haus bis in den neuen Tag hinein andauerte und von mehr als 200 Aktiven gestaltet wurde, die zudem (fast) alle aus dem eigenen Lager kommen – das sind die ewig jungen Zesse Jecke. Das brandneue Bühnenbild setzte dem Gute-Laune-Fest unter der Regie der Präsidenten Rainer Schönhofen und Mike Roth eine prächtige Krone auf.

Vulkanelfen - Thema: Russland - Session 2012/2013

Vielfältig und vielköpfig sind die Korporationen der Zesse Jecke, die gleich zum Auftakt in einem nicht enden wollenden Zug mit Begleitung der Brohltalklänge durch das schmale Spalier der bunt kostümierten Narren – unter ihnen die Wohlgemuten aus Wehr und die KG aus Burgbrohl – einzogen. Im Mittelpunkt Prinz Stefan und Prinzessin Birgit, für die dieser Abend im Herbst ihrer Regentschaft noch Überraschendes bringen sollte.

26 Minifunken eröffneten die Bühnenshow, KG-Solomariechen Ann-Kathrin Wittke folgte mit einer zackigen Darbietung auf dem Fuß, während die Möhnen einen witzigen Schwarz-Weiß-Tanz zeigten und die Showtanzgruppe Lecker Mädche die Besucher in die Glitzerwelt von Las Vegas entführte. Und zwischendurch Susanne Dietzler, das heimische Büttenass, dem es immer wieder gelingt, zu früher Stunde ein loderndes, närrisches Feuer unterm Hallendach zu entfachen, und die beliebten und bewährten Sketch-Produzenten, die diesmal mit dem Märchen von Rotkäppchen den Saal aufmischten. Dann war das Prinzenpaar urplötzlich sprachlos. Schritten doch edle Ritter in den Saal, die den Narrenherrschern nicht ganz unbekannt waren. Hinter der Verkleidung verbargen sich Schiele-Mitarbeiter, die ihrer Chefin Birgit mit dem Märchen von der entführten Prinzessin – einfach klasse der Reimvortrag von Hartmut Keuler – neben einer Riesenüberraschung auch ein paar Freudentränchen bescherten. Und wo Minifunken sind, gibt es auch die Maxiversion: 17 von ihnen begeisterten mit ihrem Tanz das Publikum.

Die tänzerischen Glanzpunkte wollten nicht abreißen: Die Gruppe No Name ließ buchstäblich die Puppen tanzen, Theresa und Matthias Gros, Kinder der närrischen Regenten und Tanzpaar der Stadtsoldaten, bewiesen ganz viel Musikalität und Akrobatik, und das großartige Männerballett Vulkanelfen kam diesmal aus den Weiten Sibiriens und verabschiedete anschließend seine Trainerin Bärbel Hammelmann im Beisein zahlreicher ehemaliger Mitstreiter mit Rosen. Humoristische Giftpfeile flogen in Richtung der jeweiligen Nachbargemeinde, als Heinrich Seiwert und später „De Bolle“ Kurt Gerhartz, bekanntes Büttenass aus Wehr, vom Leder zogen. Wobei der Zissener Reimkünstler als Felix Baumgartner eindeutig den besseren Blickwinkel auf die lieben Nachbarn hatte.

Einen feinen Mix aus Burleske und Kabarett lieferte die Showtanzgruppe Europa im 20. Jahr ihres Bestehens, die Darstellung von Musicalszenen – diesmal fiel die Wahl auf „Dirty Dancing“ – ist das Metier von Just for Fun, und 30 Stadtsoldaten zeigten einen hochklassigen Gardetanz. Natürlich hielt es auch den Elferrat nicht auf seinen bequemen Stühlen: Als Schlümpfe läutete die Männerriege mit live gesungenen, lustig gereimten Versen über die KG und natürlich die Wehrer so allmählich das Finale eines bemerkenswerten Fastelovendsspektakels ein.

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